Zwei Tokina-Zoom-Objektive für die Panasonic AG-AF101

Um mit der Panasonic AG-AF101 zügig und in reportageähnlichen Situationen arbeiten zu können, habe ich mich für zwei lichtstarke Zoom-Objektive von Tokina entschieden: Das AT-X 165 PRO DX mit einer Brennweite von 16-50mm und das AT-X 535 PRO DX, das den Bereich von 50-135mm abdeckt. Bei beiden beträgt die größtmögliche Blendenöffnung f/2.8 über den gesamten Brennweitenbereich. Ausführliche Testberichte zu diesen Objektiven (1, 2) gibt’s auf photozone.de.

Panasonic AG-AF101 mit Tokina AT-X 165 PRO DX und Tokina AT-X 535 PRO DX

Ich habe mich übrigens für die Nikon-Version dieser Objektive entschieden, denn neuere Canon-Objektive an die AF101 anzuschließen ist nach wie vor komplizierter, da sich die Blende ausschließlich elektronisch steuern lässt.

Zwar gibt es Adapter für solche Canon-Objektive ohne eigenen Blendenring (Redrock LiveLens MFT Active Lens Mount: 1, 2; MTF Services EOS Adapter: 1, 2), aber die sind recht teuer und lohnen sich wohl erst, wenn man bereits mehrere Objektive hat. Wegen der Batterie, die diese Adapter benötigen, sind sie obendrein auch etwas klobig.

Der lang angekündigte und vielleicht nach der NAB-Show 2012 erhältliche Birger-Adapter könnte zwar eine vielversprechende Lösung werden, aber eben auch eine sehr teure. Und mit etwas Glück wird vielleicht der Metabones-Adapter (1, 2), den es für die Sony FS100 bereits gibt, auch für die AF101 umgesetzt. Aber wer weiß?

Der Novoflex-Adapter NIK/MFT mit BlendensteuerungZum Glück wird die Blende neuerer Nikon-Objektive komplett mechanisch gesteuert, wenn auch ohne außen liegenden Ring. Adaptierungen sind also um einiges leichter zu realisieren als bei EOS-Objektiven. Unter der Vielzahl von Adaptern habe ich mich für den Novoflex MFT/NIK entschieden, der über einen eigenen Ring verfügt, mit dem die Blende des Objektivs stufenlos verstellt werden kann. Gerade weil die Steuerung mechanisch erfolgt, werden keinerlei Daten an die Kamera übertragen. Ob man nun mit Blende f/5.6 oder f/11 arbeitet, lässt sich allenfalls schätzen.

Viele Nutzer heben immer wieder die Verarbeitungsqualität des Novoflex-Adapters hervor. Ich kann mich nur anschließen. Allerdings haben beide Objektive minimal Spiel und sitzen nicht bombenfest auf dem Adapter, was in der Praxis aber bisher unproblematisch war. Meine Vintage-Nikkore (24mm f/2.0 AI-s, 50mm f/1.4 AI, 85mm f/2.0 AI-s) sitzen hingegen absolut fest.

Übrigens: Beim Anbringen eines Objektivs an den Adapter sollte die Blende soweit wie möglich geschlossen sein, erst dann lässt sie sich mit dem Novoflex-Adapter steuern. Die Blenden der Tokina-Objektive sind ohnehin auf die kleinste Öffnung eingestellt, wenn man sie vom Adapter bzw. einer x-beliebigen Kamera löst.

Was ich bei beiden Tokinas schätze, ist die tolle Haptik. Sowohl Zoom- als auch Schärfering laufen satt und gedämpft. Die Verarbeitung macht insgesamt einen sehr wertigen Eindruck. Beim Zoomen verändert das AT-X 535 PRO DX seine Größe übrigens nicht, es eignet sich also ideal für den Einsatz mit einer Mattebox. Das AT-X 165 PRO DX wird allerdings deutlich länger, wie der Vergleich der beiden folgenden Bilder zeigt.

Länge des Tokina AT-X 165 PRO DX bei 16mm und bei 50mm

Wie gut die Abbildungsqualität beider Linsen gerade im Zusammenspiel mit der AF101 ist, kann ich nach der kurzen Zeit noch nicht abschließend beurteilen. Ich finde aber, dass die Bilder bei 16mm und Offenblende mit dem AT-X 165 PRO DX sehr weich aussehen, am Ende der Brennweite wiederum recht scharf. Dass die typischen Schwächen in den Randbereichen der Objektive am 4/3″-Sensor der AF101 nicht so sehr ins Gewicht fallen wie beim größeren APS-C-Sensor, für den sie konzipiert wurden, kann ich nur vermuten.

Das AT-X 165 PRO DX lässt sich auf ca. 30 cm vor der Linse scharfstellen, und zwar über den gesamten Brennweitenbereich. Beim AT-X 535 PRO DX beträgt die minimale Distanz etwa einen Meter. Beides sind parfokale Linsen, das heißt: Ranzoomen, Schärfe ziehen und wieder aufziehen ist ohne Einschränkungen möglich. Die Schärfe bleibt also auch nach einem erneuten Zoom an der Stelle erhalten, wo man sie geholt hat. Und für Freunde der Schärfenverlagerung: Die Größe des dargestellten Objekts verändert sich dabei kaum bis gar nicht moderat, im kürzeren Brennweitenbereich jeweils deutlich sichtbarer als im langen (das sog. Lens Breathing).

Hier ein kurzes Testvideo mit beiden Objektiven (Zoom, Aufzieher, Schärfenverlagerung). Zum Zoomen ist das AT-X 535 PRO DX etwas besser geeignet als sein kleiner Bruder, wie man an den leichten Rucklern zu Beginn des Zooms im Video deutlich sieht.

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Video-Link: https://vimeo.com/39049837

Beide Objektive werden leider nicht mehr hergestellt. Es gibt aber noch einige Händler, die Restbestände verkaufen. Ansonsten muss man sich auf dem Gebrauchtmarkt umschauen (was ich ebenfalls getan habe).

5 Kommentare

  1. Habe jetzt auch (endlich) ein 16-50er ergattert und bin bisher sehr zufrieden! Danke für den ausführlichen Bericht!

  2. Gerne. Ich mag’s auch sehr und komme damit zu sehr guten Ergebnissen. Allerdings bin ich auch schwer gespannt auf das Lumix G X Vario 2,8/12-35mm (1, 2), das in Kürze erscheint. Könnte der neue Standard als Reportage-Linse für die AF101 werden, wenn es einen wirklich für Video optimierten OIS hat und parfokal ist.

  3. Möglicherweise. allerdings in einer anderen Preiskategorie…;)
    und 35mm am oberen Ende sind dann finde ich doch eine etwas zu kurze Brennweite..

  4. Hey Roman, benutzt Du die Tokinas überhaupt noch, oder nur noch die Lumix. bzw nutzt Du überhaupt die af101 noch oder nur noch die gh3?

  5. Die Tokinas nutze ich eher selten momentan, aber heute ist ja der Nikon G auf Micro Four Thirds Speed Booster herausgekommen. Damit werden die beiden Objektive natürlich wieder deutlich interessanter (aus f/2.8 wird f/2).

    Die AF101 nutze ich selbstverständlich nach wie vor gern. Vom Handling her kein Vergleich zur DSLR- bzw. DSLM-Bauweise, ganz zu schweigen von Focus Peaking, Zebras, Waveform Monitor, internen NDs, guten Audio-Wandlern, XLR-Anschlüssen etc. Aber bei bestimmten Drehs und Zugreisen ist das gesamte GH3-Set mit dem 12-35 und dem 35-100 sowie einem kleinem Carbon-Stativ wunderbar kompakt und leicht zu transportieren.

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