Revver.com / Videos tarifieren

Wer Videos auf Seiten wie YouTube veröffentlicht, ist in erster Linie vermutlich daran interessiert, damit Aufmerksamkeit zu erlangen. Den meisten Usern mag das reichen.

Wer aber Geld mit Videos im Internet verdienen möchte, müsste sich sein eigenes Vermarktungsmodell ausdenken – also zum Beispiel Werbepartner finden, denen man attraktive Werbeformen anbietet. So etwas ist mühsam und kommt daher für viele wohl nicht in Frage.

An dieser Stelle kommt Revver.com ins Spiel. Revver funktioniert ähnlich wie YouTube: User laden ihre Clips hoch, versehen sie mit Tags usw. Der Unterschied: Revver bietet seinen Usern das Vermarktungsmodell, das YouTube bisher fehlt.

Am Ende jedes Clips soll Werbung eingeblendet werden – allerdings kein mehrsekündiger Clip (der, wie auf vielen anderen Websites klassischerweise vor das Video geschaltet wird und erstmal vom User ertragen werden muss), sondern lediglich ein Standbild mit Links. Ganz egal, wo das Video auftaucht – der Werbelink bleibt ständiger Teil des Clips.

Revver sieht darin eine innovative Werbeform, denn:

Unlike most online video ads, which appear before a video, a Revver ad does not stand between a viewer and the content that they care about. When a viewer sees a revver ad, they have already watched the content they are interested in and are far more willing to pay attention to sponsorship messaging.

Jedes Mal, wenn auf einen solchen Link am Ende des Videos geklickt wird, wird der Urheber dafür mit 20 Prozent am Erlös beteiligt.

Obwohl Revver längst nicht so populär ist wie YouTube, dürfte das Beteiligungsmodell viele User – vor allem professionelle Video-Autoren oder Video-Blog-Betreiber – ansprechen. Vermutlich wird YouTube nachziehen und seinen Usern ein ähnliches Modell anbieten – der Zeitpunkt wäre gerade richtig.

Videoblogger wie der in den USA bereits sehr populäre ZeFrank veröffentlichen ihre Videos bereits ausschließlich über Revver und bitten die User sogar, die Clips nicht auf Seiten wie YouTube hochzuladen. Das würde das ganze Modell nämlich wieder kaputt machen.

Revver setzt übrigens bei der Video-Kodierung ausschließlich auf Quicktime. Eine Flash-Lösung wäre – gerade bei der immensen Verbreitung von Flash – auf Sicht vermutlich besser.

Weitere Infos zu Revver.com bei Digitaler Film und Basic Thinking.

Ein sehenswertes Video-Portrait über ZeFrank gibt es bei der New York Times.

Wann Video online funktioniert

Viele nachvollziehbare Tipps und Anregungen, die Steve Bryant in seinem Artikel What works in online video news? für das Online Journalism Review zusammengetragen hat.

Wie könnte ein Nachrichtenangebot wie beispielsweise heute.de aussehen, wenn nur ein paar der Anregungen dort konsequent umgesetzt würden?

Vermutlich wäre die rechte Spalte („Mediathek“) viel länger als jetzt. Denn statt der wenigen Schlagworte, die das Video beschreiben, stünde dort für jedes Video ein aussagekräftiger Teaser, der den Nutzern verrät, was sie erwartet, wenn sie das Video aufrufen.

Wahrscheinlich würden auch die Artikel, die mit Videos „angereichert“ werden, etwas anders aussehen. Denn bisher macht das Ganze den Eindruck von „Shovelware“, herübergeschaufelten Beiträgen aus dem Fernsehen, die 1:1 ins Netz gehoben wurden.

Warum wird auf Videos nicht gezielt hingetextet? Warum werden sie nicht zum bereichernden Bestandteil des Artikels gemacht, statt sie einfach nur in der linken Spalte dranzuflanschen?

Site editors and producers agree that context is the most important element in drawing consumers in. Since news sites cover a wide range of topics, and because watching video is a relatively large time investment, its important to help the user identify exactly what she will be watching.