Akkus, Kamera, Kälte

Kann ja sein, dass es in den nächsten Monaten doch nochmal so richtig kalt wird. Niedrige Temperaturen sind immer wieder eine Herausforderung, nicht nur weil die Finger mit dem kalten Metall des Stativs oder der Kamera eins werden, sondern vor allem weil voll aufgeladene Akkus oft schon nach einer halben Stunde ihren Geist aufgeben können.

Bevor ich also losziehe, verstaue ich die Akkus in der Innentasche meiner Jacke. Dort ist es warm, die Akkus entladen sich nicht. Erst kurz vor Beginn der Dreharbeiten stecke ich den Akku an die Kamera. Ist es nicht allzu kalt, bleibt er dank der Betriebstemperatur einigermaßen warm. Bei Drehpausen nehme ich ihn wieder ab – so lässt sich die Drehzeit erheblich verlängern.

Ideal wäre es ja, wenn der Akku permanent in der Jacke liegen und mit einem Adapter samt Kabel an die Kamera angeschlossen werden könnte. Kennt jemand so eine Lösung, speziell auch für die DVX100? Oder hat sich jemand vielleicht sogar selbst etwas zusammengelötet? Hinweise wie immer gerne in den Kommentaren.

Andere Sache noch: Kameras vertragen selten den krassen Temperaturwechsel von einer warmen Wohnung hinaus in die Kälte oder umgekehrt. Wenn ich meinen Drehtag draußen verbringe, transportiere ich die Kamera in ihrer Tasche im (recht kühlen) Kofferraum des Autos. Spätestens nach einer halben Stunde ist sie absolut einsatzbereit.

DV oder HDV?

Hier im Blog ist des öfteren die Frage aufgetaucht, ob man als VJ nun HDV drehen sollte oder doch eher beim guten, alten DV bleibt.

Überzeugende Argumente für HDV habe ich noch nicht gefunden und stünde ich jetzt vor der Frage, welche Kamera ich für meine Arbeit anschaffen sollte, würde ich mich wahrscheinlich nach wie vor für die DVX 100 entscheiden, die lediglich DV aufzeichnet.

Kameramann und TV-Autor Andreas Frowein hat sich für das Magazin CUT mit dieser Frage befasst und dazu den VJ-Ausbilder Roberto Tossuti befragt. Den Artikel kann man sich auf der Website von Bernd Kliebhan herunterladen (PDF, 871 kB).

Um herauszufinden, ob VJs in Zukunft HDV drehen sollten, hat Tossuti beim Hessischen Rundfunk drei verschiedene Kameras getestet: die Panasonic HVX 200, die Sony HVR-V1 und die Canon XH-A1.

Tossuti führt einige Argumente auf, die gegen den Einsatz von HDV sprechen:

  • Das Problem von Unschärfen, die über das kleine LCD-Display schwer beurteilt werden können, fallen wegen der größeren Auflösung von HDV-Material stärker ins Gewicht.
  • Die Gefahr von Dropouts ist größer (15 Bilder sind eine Einheit; ein Dropout zerstört also 15 Frames).
  • HDV ist ressourcenintensiv, die VJs müssten also auch mit neuen Notebooks ausgestattet werden.
  • Die Lichtempfindlichkeit von HDV-Kameras ist geringer.

Fazit: Beim Hessischen Rundfunk bleibt man vorerst bei der DVX 100, deren Nachteil allerdings darin besteht, keinen 16:9-Chip zu haben.

Die ideale VJ-Kamera bezeichnet Tossuti als eine Mischung aus DVX 100 (wegen der Lichtempfindlichkeit und des großen Displays), der XH-A1 (wegen der Brennweite und der Objektivbedienung) und der HVR-V1 (wegen des Gewichts und der Handlichkeit) – das alles gepaart mit XLR-Anschlüssen für Mikrofone, manueller Vorpegelung und einem Limiter, der in den Spitzen eingreift. Aufgezeichnet werden sollte wahlweise in 4:3 und 16:9 mit DV-Auslösung.

J-Rod Twin Mount mit Azden-Mikrohalterung

Vor ein paar Monaten hatte ich hier und bei videojournalismus.net mal in die Runde gefragt, ob es einen Verteiler für den Beleuchtungsschuh der Kamera gibt.

Denn das Problem ist: Wenn man eine Videokopfleuchte, ein Richtmikrofon und einen Funkempfänger fest an der Kamera installieren will, dann ist irgendein Teil immer zuviel und muss provisorisch befestigt werden.

Dank des Hinweises von Felix in den Kommentaren meines Eintrags bei videojournalismus.net habe ich mir vor einigen Wochen die Lösung des Problems bei einem US-Vertrieb bestellt.

Beim sogenannten J-Rod Twin Mount handelt es sich um ein kleines Aluminium-Röhrchen, an dem zwei Steckschuhe angebracht sind. Ich empfehle, gleich die Azden-Mikrofonhalterung mitzubestellen.

J-Rod Twin Mount mit Azden-Mikrofonhalterung

Das Twin Mount-Rohr wird einfach in den Mikrofonhalter der Kamera gespannt (bei meiner DVX100A musste ich dazu allerdings eine der beiden Gummifederungen herausnehmen, weil das Rohr sonst zu dick wäre).

Der Funkempfänger kann jetzt beispielsweise rechts angebracht werden, das Richtmikrofon in der Azden-Halterung. Für die Kopfleuchte bleibt der Hauptsteckschuh an der Kamera frei.

Kameraleuchte, Mikrofon und Funkempfänger haben genug Platz

Das ganze ist sehr stabil und es bleibt genug Platz zum Hantieren, auch wenn man die Kamera am Henkel trägt. Selbst die Geräusche, die sich normalerweise beim Gehen auf das Richtmikro übertragen, sind nahezu verschwunden.

Das Set kostet insgesamt 110,- US-Dollar, der Versand nach Deutschland nochmal 9,- Dollar extra. Außerdem werden beim Zoll in Deutschland 19 Prozent Mehrwertsteuer sowie drei Prozent Zollgebühr fällig.