Das Schneider Kreuznach Cinegon 10mm f/1.8 an der BMPCC

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Video-Link: https://vimeo.com/132330537

Das Video zeigt Impressionen verschiedener Orte in Berlin, meistens mit Blendenwerten zwischen f/4 und f/8 aufgenommen. Gegen Ende des Clips sind ein paar Aufnahmen nach Sonnenuntergang mit Offenblende zu sehen. Die Musik stammt von Lee Rosevere, der einen Teil seines Repertoires im Free Music Archive unter Creative Commons Lizenz (CC BY-NC 3.0) zur freien Verfügung gestellt hat.

Auf der Suche nach einem weitwinkligen Objektiv für die Blackmagic Pocket Cinema Camera (BMPCC) mit ihrem kleinen Super16-Sensor (Crop-Faktor 2.88) kann man unterschiedliche Wege einschlagen. Ich liste mal auf, was mir bekannt ist und equivalent zum Vollformat auf maximal 30mm herauskommen würde (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

Für Weitwinkel-Aufnahmen setze ich das Schneider Kreuznach Cinegon 10mm f/1.8 ein, das an der BMPCC einen Bildausschnitt zeigt, der aussieht wie bei einem 29mm-Objektiv an einem Vollformat-Sensor. Das Cinegon wurde für 1″ Zoll große Sensoren (also leicht größer als die der BMPCC) konzipiert und ist eigentlich gedacht für die industrielle Bildverarbeitung. Es ist wirklich sehr klein und passt auch deshalb wunderbar zur BMPCC. Um es anzuschließen, benötigt man einen Adapter von C-Mount auf MFT. Wie auch beim Angenieux 17-68 Zoom-Objektiv, über das ich hier schon einiges geschrieben habe, nutze ich dazu den ciecio7-Adapter.

Schneider Kreuznach Cinegon 10mm f/1.8

Weil dieser Adapter sehr präzise gefertigt ist, stimmen die Entfernungsangaben – vor allem natürlich die Unendlich-Einstellung – absolut verlässlich überein. Nur leider stehen auch hier die Zahlenwerte nicht oben mittig, nachdem man das Objektiv angeschraubt hat, sondern – zumindest bei mir – an der rechten Seite. Nicht weiter schlimm.

Der Blendenring läuft weich und stufenlos, der Fokusring angenehm gedämpft. Um die Schärfe vom Nahbereich (0.20 Meter) auf Unendlich zu stellen, muss man den Ring einmal fast komplett drehen.

Das Objektiv verfügt über ein gewöhnliches Filtergewinde mit 55mm Durchmesser. Um Filter anzubringen, empfehle ich auf jeden Fall einen Stepup-Ring auf ein deutlich größeres Maß. Ich nehme z.B. einen 72mm-UV/IR-Cut-Filter, kombiniert mit einem variablen ND-Filter, der an seiner Vorderseite wiederum einen Anschluss auf 77mm bietet. Daran habe ich noch eine Sonnenblende geschraubt, auch um den ND-Filter beim Einstellen der Belichtung besser greifen zu können. Mit dieser Konstellation kommt es zu keinerlei Randabschattungen.

Schneider Kreuznach Cinegon 10mm f/1.8 mit UV/IR- und ND-Filter in 72mm

Dadurch sieht das Objektiv zwar sehr ungewöhnlich aus, aber darauf kommt es ja nicht an.

Ein parfokales Zoom-Objektiv: Das Angénieux 17-68 f/2.2 mit ciecio7-Adapter an der BMPCC

Ist das Angénieux 4x17B 17-68 f/2.2 Zoom-Objektiv tatsächlich parfokal? Wer mit diesem Objektiv liebäugelt, wird sich unter anderem diese Frage stellen und in verschiedenen Foren vermutlich auf unterschiedliche Informationen stoßen. So ging es zumindest mir.

Wie kann man überprüfen, ob ein Objektiv parfokal ist? Ganz einfach von einem festen Standpunkt aus an ein feststehendes Objekt heranzoomen, die Schärfe einstellen und wieder aufziehen. Wird bei einem erneuten Zoom das Objekt bei jeder Brennweite scharf angebildet, ist das Objektiv parfokal – vorausgesetzt, der Abstand zwischen Kamera und Objekt bleibt gleich.

Folgendes Testvideo (ohne Ton) sollte die Frage abschließend klären: Ja, das Objektiv ist parfokal.

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Video-Link: https://vimeo.com/126971383

Man sollte aber auf jeden Fall einen guten und präzise angefertigten C-Mount auf MFT-Adapter verwenden. Unter anderem auf Empfehlung in den Kommentarfeldern dieses Videos habe ich mir den ciecio7 C-Mount auf M4/3-Adapter (*) gekauft. Ein nicht wesentlich günstigerer Noname-Adapter, mit dem ich zuvor gearbeitet hatte, war hingegen nicht präzise genug.

Wie man in dem Video sieht, hält das Objektiv die Schärfe sowohl bei kleinen als auch großen Blendenöffnungen. Die Unendlich-Einstellung funktioniert auch bei Offenblende ziemlich genau. Einziges Manko: Wenn man das Objektiv mit dem Adapter verschraubt und an der Kamera anbringt, sind die Markierungen für Fokus, Zoom und Blende zumindest bei mir leider nicht oben mittig, sondern an der Seite. Das ist aber zu verschmerzen.

(*) Ein kurzer Hinweis zum Schluss: Ich verlinke ungern auf Shop-Seiten. Bei einem techniklastigen Blog wie diesem lässt sich das aber manchmal schwer vermeiden. Deshalb nochmal deutlich: Bei allen Links auf R73.net handelt es sich nicht um Affiliate-Marketing, Partner-Links oder anderweitig kommerziell motivierte Verknüpfungen. Ich betreibe das Blog aus Spaß an der Sache, nicht um mit Produkthinweisen Geld zu verdienen.

Wie man Standard-Filter vor das Angénieux 17-68 f/2.2 Zoom-Objektiv schrauben kann

Vor einiger Zeit hatte ich in diesem Eintrag eine vorläufige und eher halbgare Lösung vorgestellt, wie man mittels nicht ganz optimal passender Adapterringe ND- und UV/IR-Cut-Filter vor das Angénieux 17-68 f/2.2 Zoom-Objektiv schrauben kann, aber gleichzeitig angedeutet, dass das bestimmt auch etwas besser geht. Die deutlich elegantere Lösung teile ich hier gern, da dieses Objektiv unter BMPCC-Nutzern ja eine gewisse Nischenpopularität genießt. Vielleicht wird es dem ein oder anderen nützlich sein.

Wichtig bei dieser leichten Modifikation war mir, dass das gute Stück im Original erhalten bleibt. Denn es wäre einfach zu schade irgendetwas anzubringen, was an einem so alten und gut erhaltenen Objektiv deutliche Spuren hinterlässt.

Wer sich meine Lösung nachbauen will, benötigt:

  • Einen Stepup-Ring von 55mm auf die gewünschte Filtergröße (da ich für die meisten meiner anderen Objektive Filter mit einem Durchmesser von 58mm einsetze, habe ich einen Stepup-Ring von 55mm auf 58mm genommen).
  • Etwas Gaffer-Tape (das man jederzeit rückstandsfrei entfernen kann, sodass das Objektiv wieder im Originalzustand ist).
  • Ein wenig Superkleber.

Angenieux 17-68 f/2.2 Zoom-Objektiv mit Filterring versehen

Was tun?

  • Einen etwa 10cm langen Streifen Gaffer-Tape in etwa 1cm breite Streifen schneiden und damit das vordere Ende des Objektivs (wo der Schriftzug ANGENIEUX-ZOOM TYPE 4x17B eingraviert ist) genau bündig zum Rand in etwa drei Lagen umwickeln.
  • Anschließend testen, ob man den Stepup-Ring drüber stülpen kann. Falls noch nicht, weitere Lage hinzufügen. Wenn schon zuviel, dann eine Lage entfernen.
  • Den Stepup-Ring wieder abziehen und dessen Innenseite mit Superkleber bestreichen. Anschließend den Ring mit seinen Innenabmessungen bündig zum Objektivende fixieren.
  • Etwas Superkleber an der Rückseite zwischen Stepup-Ring und Gaffer-Tape streichen.
  • Ein bis zwei Stunden warten und Kleber aushärten lassen.
  • Zum Schluss an der Rückseite des Stepup-Rings noch eine Lage Gaffer-Tape über der äußeren Klebestelle anbringen.

Fertig.

Wenn man nun nur einen Filter vorschraubt, kommt es zu keinerlei zusätzlichen Vignettierungen (die das Objektiv am Super16-Sensor der BMPCC ja leider auch ganz ohne Filter bei einer Brennweite von 17mm und kleiner Blendenöffnung aufweist). Bei zwei Filtern hängt es davon ab, wie dick diese sind (ein Hoya UV/IR-Cut kombiniert mit einem Hoya Pro 1 NDX8 führte jedenfalls nicht zu weiteren Randabschattungen). Wer absolut auf Nummer sicher gehen will, sollte von vornherein größere Filter einsetzen (und dementsprechend einen anderen Stepup-Ring verwenden, z.B. 55mm auf 67mm).

Angenieux 17-68 f/2.2 Zoom-Objektiv mit Xume-Magnetfilterhalter-System

Da ich das Xume-Magnetfilterhalter-System nutze (und sehr schätze), entstehen leider wegen der beiden zusätzlichen Magnetringe bei der Anfangsbrennweite von 17mm und kleiner Blendenöffnung leichte zusätzliche Ränder links und rechts oben im Bild – allerdings nur, wenn ich den Hoya UV/IR-Cut-Filter (immer drauf) mit einem ND-Filter (bei entsprechenden Lichtverhältnissen) kombiniere. Bei etwas weiter geöffneter Blende (ca. ab f/5.6) fällt der unerwünschte Effekt kaum noch auf.