Unser Workflow beim Schnitt der TV-Dokumentation „Good bye, fish and chips?“ mit FCPX

Bevor Markus Böhnisch und ich für unseren ersten gemeinsamen TV-Dokumentarfilm zur Kamera greifen konnten, hatten wir uns zuvor ein paar Gedanken zu technischen Abläufen gemacht. Wir mussten uns darüber klar werden, wie wir das vermutlich schnell auf mehrere hundert Gigabyte anwachsende Video-Rohmaterial archivieren, sichten und sortieren — und wie wir den entstehenden Film gemeinsam auch getrennt voneinander im Schnittprogramm bearbeiten können.

Rohmaterial-HDD und Schnitt-SSD am Apple MacBook Pro

Der etwa halbstündige Film war für insgesamt zwölf Drehtage kalkuliert, die sich über mehrere Wochen verteilten. Für den anschließenden Schnitt hatten wir zehn Tage eingeplant, die wir aus organisatorischen Gründen auf zwei Blöcke verteilen mussten.

Gedreht haben wir mit zwei Sony FS5-Kameras, die wir zuvor aufeinander abgestimmt haben. Geschnitten haben wir den Film mit der Software Final Cut Pro X (FCPX) auf zwei Notebooks, eines davon mit fehlerhafter Tastatur. Die finale Tonmischung und Farbkorrekturen wurden von unserer Auftraggeberin übernommen.

FCPX-Timeline des fertigen Films.

Gemäß der technischen Richtlinien (PDF) unserer Auftraggeberin sollte der Film im HD Format 1080i/25 angeliefert werden (und nicht in Ultra HD). Daher haben wir – bis auf einige Interviews – fast ausschließlich im HD Format gedreht, allerdings nicht mit Halbbildern (HD 1080i/25), sondern mit 50 Vollbildern (HD 1080/50p).

Hauptgrund dafür war, dass 50p das qualitativ bessere und für die weitere Bearbeitung flexiblere Format ist. So lässt sich eine später archivierte 50p-Version des fertigen Films mit relativ einfachen FCPX-Bordmitteln ziemlich verlässlich und qualitativ hochwertig in zurzeit TV-übliches 25i-Material wandeln, was wir kurz vor dem Abgabetermin dann auch getan haben. Details dazu weiter unten.

Tägliche Sicherung auf die Rohmaterial-HDD samt Backup

Weil wir in einigen Situationen möglichst beobachtend drehen wollten, vermuteten wir für den gesamten Film ein Drehverhältnis irgendwo in der Nähe von 30:1. Zum Glück ist der in der Sony FS5 verbaute Codec XAVC-L422 HD 50 trotz 10 Bit Farbtiefe recht datensparsam. So reichten für unsere täglichen Backups insgesamt zwei Festplatten mit jeweils 1 Terabyte Speicherplatz aus. Wir haben das Material am Ende eines Tages stets doppelt gesichert, später am Arbeitsplatz dann noch ein drittes Mal.

Fürs Übertragen des Rohmaterials von den Karten auf die Festplatten haben wir die Software Catalyst Browse verwendet (siehe dazu auch dieses bereits etwas ältere Video-Review) und die Daten in einer simplen Ordnerstruktur archiviert:

Rohmaterial-Dateistruktur des TV-Dokumentarfilms "Good bye, fish and chips?"
Datum des Drehtags, Drehort, Kamera, Kartennummer des Drehtags – nach diesem einfachen System archivieren wir das Rohmaterial der einzelnen Drehtage.

Am Ende der Dreharbeiten hatten wir insgesamt 567 Gigabyte Video-Rohmaterial gesammelt. Inklusive aller Interviews entspricht das einer Gesamtvideolänge von fast genau 20 Stunden, die sich auf insgesamt 2188 einzelne Clips verteilen. Ein Drehverhältnis von etwa 40:1.

Da der Abgabetermin für unseren Film drückte, waren nach Ende der Dreharbeiten klare Absprachen nötig, um den Film für den gemeinsamen Schnitt vorzubereiten. Eine knappe Woche hatten wir Zeit, um das Material grob zu sichten, vorzusortieren und die Interviews komplett anzuhören und abzutippen. Erst dann konnten wir in den Schnitt gehen.

FCPX-Schlagwörter des TV-Dokumentarfilms "Good bye, fish and chips?"
Mit Ereignissen und Schlüsselwörtern kann man Rohmaterial in FCPX nach eigener Logik strukturieren, ohne sich dabei auf Bins wie in traditionelleren Schnittprogrammen festlegen zu müssen.

Damit wir diese Aufgaben getrennt voneinander erledigen konnten, mussten wir zunächst das Datei-Management in FCPX anpassen, danach das gesamte Rohmaterial importieren, um es anschließend nach Ereignissen zu gliedern und alle Clips mit für uns sinnstiftenden Schlüsselwörtern zu versehen.

Wichtig war uns, dass sowohl Markus als auch ich jederzeit Änderungen an der FCPX-Mediathek vornehmen und wir uns trotz der mehreren hundert Kilometer Distanz zwischen uns schnell via FTP-Server wieder auf den gleichen Stand bringen konnten.

Voraussetzung dafür war, dass wir beide zu nahezu jedem Zeitpunkt über eine absolut identische FCPX-Schnitt-SSD verfügen, auf der sich alle relevanten Daten für den Filmschnitt an exakt denselben Orten befinden. Diese SSD haben wir direkt am Ende des letzten Drehtages angelegt, inklusive einer 1:1-Kopie für den Teampartner, kurz bevor sich unsere Wege vorübergehend trennten.

FCPX-Konfiguration und Aufbau der Schnitt-SSD

Normalerweise speichert FCPX alle Videodaten inkl. Timelines, Cache-Daten, Renderdateien etc. in einer sog. Bundle-Datei. Diese Datei ist in Wirklichkeit zwar ein kompletter Ordner mit einzelnen Unterordnern und allerlei Daten, sie wird im Finder aber als eine einzige Datei mit der Endung „.fcpbundle“ angezeigt.

Vorteil dabei ist, dass sich alle Daten inklusive des Video-Rohmaterials immer an einem zentralen Ort befinden und ganze Projekte sehr einfach von einem auf den anderen Datenträger kopiert werden können.

Nachteil: Solche Bundles werden logischerweise sehr schnell ziemlich groß. Um sich nach auch nur kleinen Änderungen gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen, hätten wir jedes Mal ein mehrere hundert Gigabyte großes Bundle online austauschen müssen. Mit marktüblichen Endanwender-Internet-Zugängen im Jahr 2019 würde das einfach zu lange dauern.

Wir haben FCPX daher so eingestellt, dass das Bundle von den Video-, Render- und Cache-Dateien sauber getrennt wird. Bei jeder Änderung mussten wir jetzt also nur noch die kleine Bundle-Datei online austauschen. Diese war anfangs kaum größer als 100 Megabyte und wuchs im Laufe der Zeit auf maximal 250 Megabyte an. Handlich genug, um vor der gesamten Postproduktionsphase via Internet und später, als wir uns am Tisch gegenübersaßen, via Airdrop ständig zwischen uns hin- und hergetauscht zu werden.

Die finale Struktur unserer Schnitt-SSD sah dann so aus:

FCPX-Dateistruktur des TV-Dokumentarfilms "Good bye, fish and chips?"
Im Ordner „fs5_media“ liegt das Rohmaterial der FS5-Kameras im XAVC-L-Format, allerdings nicht mehr in MXF-Containern verpackt, sondern in FCPX-freundlichen Quicktime Movie-Containern.

Und wie stellt man FCPX jetzt so sein, dass die Daten voneinander getrennt werden?

Zunächst haben wir im Menü „Final Cut Pro/Einstellungen/Import“ festgelegt, dass alle importierten Medien an einem von uns bestimmten Speicherort im Originalformat abgelegt werden sollen:

FCPX-Importeinstellungen des TV-Dokumentarfilms "Good bye, fish and chips?"
Import-Einstellungen in FCPX: Clips an festen Ort kopieren, kein ProRes verwenden, unnötige Tonkanäle entfernen.

Außerdem sollten die Videodateien nicht in ein ProRes-Format umkodiert werden, sondern im stark komprimierten XAVC-L-Format verbleiben. Das spart viel Speicherplatz auf der SSD und lässt sich mit moderner Hardware trotzdem recht flüssig bearbeiten. FCPX muss dazu die Clips beim Import allerdings vom MXF-Container in einen MOV-Container überführen.

Da die Sony FS5 vier Tonkanäle aufzeichnet, von denen zwei aber (sinnloserweise) immer leer sind, werden sie beim Import einfach entfernt („Stille Kanäle entfernen“).

Danach legen wir die Speicherpfade für Videoclips, den Cache und die automatischen Backups fest:

Speicherorte in FCPX verändern
In „fs5_media“ landet das Rohmaterial, das wir mit den beiden Handkameras aufgezeichnet haben. Um dieses Menü aufzurufen: Links den Mediathekennamen markieren (1), dann rechts unter „Mediatheks-Eigenschaften“ die Einstellung für die Speicherorte verändern (2).

Mit Rollen arbeiten

Es lohnt sich übrigens, in FCPX von vornherein mit Rollen zu arbeiten. Sie kommen dem Spuren-Prinzip traditioneller Schnittsoftware sehr nahe und helfen, die magnetische Storyline zu systematisieren. Wie Rollen in FCPX genau funktionieren, hat Larry Jordan in seinem Blog zusammengefasst.

Audiorollen zur Systematisierung der FCPX-Timeline
Atmo, O-Ton, Musik, Effekte – ähnlich dem Spurenprinzip alles voneinander getrennt.

Wir haben zunächst Audio-Rollen für Atmo, Dialog, Effekte und Musik angelegt, direkt nach dem Import des gesamten Rohmaterials die Tonkanäle aller Videoclips auf mono gestellt und anschließend die passenden Rollen zugewiesen.

Für das Material der FS5-Kameras war das sehr einfach: Alle Clips markieren, mit Rechtsklick zunächst die Hauptrolle (in unserem Fall „Dialog“) zuweisen, dann im Audio-Inspektor für Kanal 1 die Subrolle „Atmo“ und für Kanal 2 die Subrolle „O-Ton“ vergeben. Diese Arbeitsschritte sollten unbedingt vor Beginn des allerersten Schnitts auf der Timeline erfolgen.

Audiorollen in FCPX zuweisen
An allen Drehtagen war die FS5 identisch eingestellt: Auf Kanal 1 haben wir die Atmo (via Richtmikro) aufgezeichnet, auf Kanal 2 die O-Töne (via AVX-Funkstrecke). Die Rollenzuweisung in FCPX ging daher sehr schnell.

Export der Masterdatei: Von 50p nach 25i mit getrennten Audio-Kanälen

Den fertigen Film haben wir auf einer HD 1080/50p-Timeline geschnitten, also in dem Format, in dem wir auch gedreht haben. Erst ganz zum Schluss, nach der Abnahme durch den verantwortlichen Redakteur, haben wir eine HD 1080/25i-Version des Films als Master-Datei im Format Apple ProRes 422 ausgespielt.

Am einfachsten funktionierte die Umwandlung von 50p nach 25i tatsächlich mit Final Cut Pro X (ganz ähnlich, wie ich es hier vor einigen Jahren schon einmal beschrieben hatte):

  • Die Timeline des fertigen Films öffnen und alles markieren (CMD+A drücken). Der Film befindet sich nun im Clipboard.
  • Eine neue Timeline im Format HD 1080/25i anlegen und mit CMD+V alles einfügen.

Aber Achtung: Bei dieser Vorgehensweise hatten sich bei uns insgesamt sechs Schwarzbilder mit einer Länge von jeweils einem Frame eingeschlichen, sodass wir den Film noch einmal sehr genau anschauen und die Stellen von Hand korrigieren mussten.

Wir hatten übrigens auch versucht, den Film mit dem Apple Compressor entsprechend umzuwandeln, was wir aber nicht weiterempfehlen können. Dazu hatten wir zunächst eine HD 1080/50p-Masterdatei aus FCPX exportiert, um diese dann mit einem entsprechenden Preset in HD 1080/25i zu wandeln. Doch so sehr wir auch mit den verschiedenen Variablen experimentierten: Stets kam dabei eine Version heraus, die bei verschiedenen Bildumschnitten die Halbbilder für die Dauer von etwa zwei Frames ineinander überblendete.

Da unsere Auftraggeberin eine eigene Sprachvertonung vornehmen wollte und das technische Pflichtenheft es so vorsah, haben wir die zu übergebende Master-Datei mit getrennten Audiospuren ausgespielt:

Export aus FCPX mit getrennten Audiospuren

Der fertige Film Good bye, fish and chips? wurde pünktlich am 22. März 2019 erstmals bei 3sat ausgestrahlt.

Was die Tonpegelmesser in LumaFusion anzeigen

LumaFusion ist ein wirklich gutes Tool für den Videoschnitt auf iOS. Vieles, was beispielsweise das populäre iMovie im direkten Vergleich nicht oder nur sehr umständlich kann, ist mit dieser Software möglich – unter anderem eine recht genaue Tonmischung, was hilfreich ist für Videoreporter, die ein wenig mehr Kontrolle über den finalen Klang ihrer Videos haben wollen (oder müssen, weil sie sehr enge technische Kriterien einzuhalten haben, z.B. bei der Belieferung von Fernsehsendern mit „sendefähigem“ Material).

Wer LumaFusion nicht kennt oder gerade dabei ist es kennenzulernen, sollte sich Zeit nehmen für das kostenlose und gut verständliche 33-teilige Videotutorial auf YouTube. Darunter sind auch zwei Teile zum Thema Tonbearbeitung (1, 2), die jedoch eine Frage unbeantwortet lassen: Was genau zeigen die verschiedenen Tonpegelmesser in LumaFusion eigentlich an?

Bei der Arbeit mit der App tauchen vier unterschiedliche Tonpegelmesser auf: Der Mastertonpegelmesser, der Spurtonpegelmesser, der Tonpegelmesser in der individuellen Clip-Bearbeitung und der Tonpegelmesser im Voice Over-Tool für die Sprachvertonung des Beitrags.

So sieht das LumaFusion-Interface mit aufgeklapptem Audiomixer aus, wenn man das erste der sechs möglichen Layouts gewählt hat und das iPhone im Landscape-Modus benutzt:

Das LumaFusion-Interface mit aufgeklapptem Audiomixer

Links vertikal der Mastertonpegelmesser, der anzeigt, wie laut das abgespielte Video auf der Timeline an der aktuellen Stelle insgesamt ist, daneben horizontal die einzelnen Spurpegelmesser, die wiederum Auskunft darüber geben, wie laut jede der sechs möglichen Audiospuren ist (die oberen drei Spuren sind für Video mit Ton reserviert, bei den unteren dreien handelt es sich um reine Tonspuren).

Leider fehlt eine genaue Beschriftung der Skala, was auf der engen Fläche des iPhone-Displays wohl auch kaum darstellbar ist.

Um die Skala selbst zu beschriften, habe ich einen kleinen Test gemacht und einen zwei Minuten langen Sinuston mit 1 kHZ und maximaler Lautheit (0 dBFS) in mono generiert, in LumaFusion importiert, auf die erste Audiospur gelegt und in fünf Sekunden kurze Segmente unterteilt. Die Lautheit des ersten Clipabschnitts habe ich auf 0 dBFS gelassen, den zweiten Clip auf -3 dBFS gezogen, den dritten auf -6 dBFS und so weiter in 3-dB-Schritten. Und anschließend abgespielt und geschaut, wie die Tonpegelmesser reagieren.

Das kam für den Mastertonpegelmesser dabei heraus:

Die Masterpegel-Anzeige in LumaFusion mit exakten dBFS-Werten

Und das für den Spurpegelmesser:

Die Spurpegel-Anzeige in LumaFusion mit exakten dBFS-Werten

Wenn man auf der Timeline einen Clip doppelt antippt, wird er im individuellem Clip-Editor geöffnet, in dem man unter anderem das Tonsignal verstärken oder abschwächen kann. Auch hier gibt es links einen vertikalen Tonpegelmesser:

Das Interface der individuellen Clipbearbeitung

Und das zeigt er im Detail an:

Der Pegelmesser der individuellen Clipbearbeitung

Wenn man Videobeiträge mit Sprache vertonen möchte, würde ich zunächst das Interface-Layout anpassen. Layout Nr. 5 (und das iPhone im Landscape-Modus) ist eine gute Wahl:

Layout Nr. 5 im Landscape-Modus ist ideal für das Voice Over-Tool

Denn jetzt wird der Tonpegelmesser etwas breiter und damit genauer dargestellt als in den Spalten-Layouts:

Der Tonpegelmesser des Voice Over-Tool

Beim Einsprechen würde ich darauf achten, die -6 dBFS-Marke möglichst nicht zu überschreiten, in den Spitzen aber idealerweise immer ein bis zwei Kästchen darunter zu bleiben. Faustregel also: Bleiben die letzten sechs bis sieben Kästchen frei, dürfte man im sicheren Zielbereich von etwa -9 bis -12 dBFS landen.

Leider verfügt das Voice Over-Tool noch nicht über einen Gain-Slider, mit dem es möglich wäre, die Eingangs-Intensität des Tonsignals zu verstärken (nicht gut, weil dann das Rauschen zunimmt) oder abzuschwächen. Letzteres wäre nötig, wenn man beispielsweise mit dem Rode VideoMic Pro oder dem Azden SMX-30 bzw. SMX-15 und ihren +20 dB-Vorverstärkungen ein recht starkes und sauberes Signal in die Kamera speist. Ohne Abschwächung der Eingangsempfindlichkeit landet man in den Spitzen dann schon recht schnell im roten Bereich. Ich hoffe, der Gain-Slider wird mit einem Update nachgeliefert.

Übrigens, der Mastertonpegelmesser und die sechs Spurpegelmesser reagieren mit einiger Verzögerung. Beim Abspielen meiner etwa zwei Minuten langen Timeline mit der -3-dB-Treppe (von 0 dBFS auf -60 dBFS in 5-Sekunden-Schritten) brauchte der Pegelmesser von Schritt zu Schritt etwa bis zu drei Sekunden, um die Änderung anzuzeigen (LumaFusion 1.3.2 auf einem iPhone 7 mit iOS 10.3.2 im Flug- und Bitte-nicht-stören-Modus ohne weitere geöffnete Apps im Hintergrund). Und auch wenn ich es nicht so genau messen konnte, hatte ich das Gefühl, dass die Tonpegelmesser im individuellen Clip-Editor und im Voice Over-Tool ähnlich träge reagieren. Aber vielleicht optimieren die Entwickler ja auch das in künftigen Versionen.

Insgesamt würde ich Videobeiträge fürs TV auf -9 dBFS in den Spitzen abmischen, das heißt der Mastertonpegelmesser sollte möglichst im fertigen Video nie über das vierte Kästchen von oben hinausgehen. Bei Beiträgen fürs Web habe ich mir angewöhnt, sie auf -6 dBFS abzumischen, also so, dass beim Mastertonpegelmesser die dritte Kästschenreihe von oben ab und zu mal in den Spitzen aufblinkt.

Die Tonmischung selbst würde ich – je nach Umgebung – entweder mit den zum iPhone gehörenden Kopfhörern machen (wenn man sich in einem relativ ruhigen Raum befindet) oder aber mit deutlich besseren, geschlossenen Kopfhörern (in lauterer Umgebung). Die Lautstärkeregler des iPhone würde ich mindestens auf Mitte stellen, eher sogar etwas höher, um alles so gut wie möglich beurteilen zu können.

Eine simple, kompakte, externe SSD mit Thunderbolt-Anschluss

Vor ein paar Tagen habe ich mir eine externe Lacie Rugged-Festplatte mit Thunderbolt-Anschluss gekauft, aufgeschraubt und nach dieser Anleitung (alternativ auch nach dieser) eine SSD eingebaut. Das dauert bei mittelmäßiger technischer Begabung etwa 15 Minuten und hat zumindest bei mir funktioniert. Die Garantie ist durch diesen Eingriff natürlich erloschen.

Lacie Rugged Thunderbolt mit Samsung 850 EVO SSD

Warum das ganze?

Es kommt immer wieder vor, dass ich ein Video in der Bahn oder in einem Hotelzimmer am Laptop schneide, am nächsten Tag dasselbe Projekt am Arbeitsplatz vorm Desktop-Rechner weiter bearbeite, um tags darauf wieder im Zug zu sitzen und dasselbe Projekt am Laptop… Und so weiter.

Beim Schneiden möchte ich die Vorteile von SSDs inzwischen nicht mehr missen. Daher bin ich bisher immer so vorgegangen, dass ich die beiden Macs zusammengeschlossen habe, um das Projekt im Target Disk Mode von der internen SSD meines Laptops auf die interne SSD meines Desktops zu kopieren – und umgekehrt. Ein zusätzlicher Arbeitsschritt, der manchmal sehr ungelegen kommt.

Was mir für solche Projekte bisher fehlte, war eine simple, sehr kompakte externe SSD-Lösung, die ich via Thunderbolt sowohl an den Laptop als auch an den Desktop anschließen kann – ohne Netzteil, so leicht und platzsparend wie möglich.

Die einfachste Lösung wäre natürlich ein externes Thunderbolt-Gehäuse, in das man dann eine SSD seiner Wahl steckt. Ich habe lange gesucht, aber einfach nichts gefunden. Während der Markt mit einfachen USB 3.0-Festplatten-Enclosures für wenig Geld überflutet wird, herrscht bei vergleichbaren Thunderbolt-Caddys absolute Leere.

Zwar gibt es Lösungen wie beispielsweise das G-Drive ev ATC mit Thunderbolt-Anschluss, das aber recht teuer wird, wenn man es mit einer SSD statt einer Festplatte nutzen möchte. Denn leider kann man nicht jede x-beliebige SSD nachrüsten, sondern nur die von G-Technologies verkaufte G-Drive ev SSD.

Meine Lösung mit der Lacie Rugged-Festplatte, die ich gegen eine Samsung 850 EVO-SSD mit 500 GB ausgetauscht habe, lohnt sich (Stand Dezember 2015) preislich auf jeden Fall gegenüber deutlich teureren Komplettlösungen – erst recht, wenn man für die ausgebaute 1 Terabyte große 2.5″-Festplatte noch eine Verwendung hat. Kleiner (und dementsprechend günstiger) kann man die Lacie-Platte zurzeit leider nicht erwerben.

Da mein Laptop mit einem Thunderbolt-Anschluss der ersten Generation ausgestattet ist (Maximalgeschwindigkeit: 10 Gbps), fällt der Geschwindigkeitstest mit Blackmagic Disk Speed Test im Vergleich zur internen SSD zwar moderat aus, für meine Zwecke aber völlig ausreichend.

Blackmagic Disk Speed Test