Magic Bullet Looks, Matrox MXO2 Mini, Monitor kalibrieren

Dieses kleine Musikvideo meines geschätzten Fußballclubs haben wir irgendwann im Sommer 2009 mit der DVX100 gedreht, aber erst vor ein paar Tagen kam ich zum Schneiden (Original des Videos gibt’s hier inkl. Download-Möglichkeiten).

Der Dreh kam recht spontan zustande, so dass wir uns vorab eigentlich keine Gedanken um einen speziellen Look gemacht haben. Erst später im Schnitt habe ich dann mal mit Magic Bullet Looks probiert, was möglich ist.

Farbkorrekturen sind an sich eine komplizierte Sache, für die es Spezialisten gibt. Umso verführerischer sind natürlich Tools, die so einfach bedienbar wie Looks sind und mit wenigen Klicks schon beeindruckende Ergebnisse liefern.

Die Kreation des Looks im Video oben (der Versuch Super 8-Film zu imitieren mit möglichst warmen, teils überstrahlten Farben, Projektor-Flimmern und Störungen) hat wenige Minuten gedauert, das Rendern des drei Minuten langen Videos allerdings mit meinem nicht mehr ganz taufrischen MacBook Pro etwa eine halbe Stunde.

Ich kann übrigens nur dazu raten, farbkorrigierte Videos (bzw. alles, was man so an Videomaterial produziert) auf einem kalibrierten Monitor zu überprüfen. Denn was auf dem eigenen Screen im Schnittprogramm toll aussieht, kann auf anderen Geräten völlig anders wirken.

Da ich die meisten meiner Videos fürs TV bzw. DVD produziere und sie dementsprechend in SD-Qualität (720 x 576) liefern muss, kontrolliere ich meine Bilder auf einem alten JVC-Röhrenmonitor, der natürlich kalibriert ist. Wie man solche Geräte kalibriert, hat Glenn Chan sehr nachvollziehbar beschrieben (zwar anhand von NTSC-Monitoren, aber bei den einzelnen Schritten gibt es meines Wissens keinen Unterschied zu PAL-Geräten).

Um die Bilder aus dem Schnittprogramm überhaupt auf einem externen Monitor abspielen lassen zu können, ist eine Breakout-Box nötig. Ich habe mich für die Matrox MXO2 Mini entschieden.

Mit der Box kann man übrigens auch ganz normale Computer-Monitore via HDMI anschließen und als günstige HD-Kontrollmonitore verwenden. Kalibrieren ist mit der beiliegenden Matrox-Software möglich. Wie das geht, beschreibt Rick Young auf macvideo.tv.

Übrigens: Die Matrox MXO2 Mini könnte die Ideallösung für alle diejenigen sein, die H.264-Material beispielsweise von Kameras wie der Canon EOS 5D Mark II oder der EOS 7D bearbeiten wollen. Denn dank des HDMI-Eingangs können die Videoclips direkt mit einem vernünftigen Codec wie ProRes oder DVCPROHD importiert werden – in Echtzeit.

Zooming In on Online Video

Das umfangreiche Dossier der Newspaper Association of America, auf das Markus in seinem Blog verweist, ist wirklich eine feine Sache.

Sehr detailliert werden viele wichtige Fragen rund um das Thema Online-Video aus journalistischer Perspektive abgehandelt, zum Beispiel wann und wie Online-Video eingesetzt werden sollte, welche Technik dafür benötigt wird, wie es hinter den Kulissen bei verschiedenen US-Sites zugeht usw.

Lesestoff für die nächsten Tage…

Avid Xpress Pro, Final Cut Pro, Umstieg

Grundsätzlich hat der Umstieg von Avid Xpress Pro auf dem PC zu Final Cut Pro auf dem Mac nicht weh getan – im Gegenteil: alles ging einfacher, als ich mir das zunächst vorgestellt hatte. Zumindest habe ich diesen Eindruck nach dem ersten abgeschlossenen Projekt.

Und einiges läuft wesentlich flüssiger, wenn am Anfang auch ungewohnt – wie beispielsweise die Arbeit mit der Timeline. Die Clips lassen sich auf angenehme Art und Weise hin- und herschieben, neu arrangieren, mal eben zwischenparken usw. Im Avid läuft das (gefühlt) etwas hakeliger: Erstmal in den Segment-Modus schalten, die Clips markieren und dann verschieben – Details, die Zeit kosten.

Dann der Viewer, der in FCP quasi eine Doppelfunktion hat. Darin lassen sich nicht nur wie im Avid die Clips aus dem Browser laden, sondern auch die Clips in der Timeline – um sie dann im Detail zu bearbeiten, indem man zum Beispiel keyframe-gesteuerte Effekte hinzufügt und direkt im Viewer bearbeitet. Und: Im Viewer werden Soundclips als Waveform dargestellt. Im Avid sieht man hingegen nichts.

Seit 2003 habe ich mit Avid Xpress Pro gearbeitet und auf dem PC wäre die Pro- oder eine der Liquid-Versionen immer noch erste Wahl für mich. Doch auf dem Mac ist Final Cut Studio 2 mit seinen insgesamt sechs aufeinander abgestimmten Applikationen immer noch deutlich günstiger als Avid Xpress Pro.

Lesenswert gerade für Umsteiger ist das Editblog von Scott Simmons, einem Cutter, der sowohl mit FCP als auch mit Avid schneidet und Vor- und Nachteile beider Systeme völlig sachlich betrachtet. Außerdem sind Ken Stone’s Final Cut Pro sowie das Forum Avid2FCP einen Blick wert. Wer sich erst einmal ganz generell einen Überblick über die Vielfalt der Schnittprogramme verschaffen möchte, dem sei die vierteilige Serie von Andy Dickinson ans Herz gelegt (1, 2, 3, 4).