Eine simple, kompakte, externe SSD mit Thunderbolt-Anschluss

Vor ein paar Tagen habe ich mir eine externe Lacie Rugged-Festplatte mit Thunderbolt-Anschluss gekauft, aufgeschraubt und nach dieser Anleitung (alternativ auch nach dieser) eine SSD eingebaut. Das dauert bei mittelmäßiger technischer Begabung etwa 15 Minuten und hat zumindest bei mir funktioniert. Die Garantie ist durch diesen Eingriff natürlich erloschen.

Lacie Rugged Thunderbolt mit Samsung 850 EVO SSD

Warum das ganze?

Es kommt immer wieder vor, dass ich ein Video in der Bahn oder in einem Hotelzimmer am Laptop schneide, am nächsten Tag dasselbe Projekt am Arbeitsplatz vorm Desktop-Rechner weiter bearbeite, um tags darauf wieder im Zug zu sitzen und dasselbe Projekt am Laptop… Und so weiter.

Beim Schneiden möchte ich die Vorteile von SSDs inzwischen nicht mehr missen. Daher bin ich bisher immer so vorgegangen, dass ich die beiden Macs zusammengeschlossen habe, um das Projekt im Target Disk Mode von der internen SSD meines Laptops auf die interne SSD meines Desktops zu kopieren – und umgekehrt. Ein zusätzlicher Arbeitsschritt, der manchmal sehr ungelegen kommt.

Was mir für solche Projekte bisher fehlte, war eine simple, sehr kompakte externe SSD-Lösung, die ich via Thunderbolt sowohl an den Laptop als auch an den Desktop anschließen kann – ohne Netzteil, so leicht und platzsparend wie möglich.

Die einfachste Lösung wäre natürlich ein externes Thunderbolt-Gehäuse, in das man dann eine SSD seiner Wahl steckt. Ich habe lange gesucht, aber einfach nichts gefunden. Während der Markt mit einfachen USB 3.0-Festplatten-Enclosures für wenig Geld überflutet wird, herrscht bei vergleichbaren Thunderbolt-Caddys absolute Leere.

Zwar gibt es Lösungen wie beispielsweise das G-Drive ev ATC mit Thunderbolt-Anschluss, das aber recht teuer wird, wenn man es mit einer SSD statt einer Festplatte nutzen möchte. Denn leider kann man nicht jede x-beliebige SSD nachrüsten, sondern nur die von G-Technologies verkaufte G-Drive ev SSD.

Meine Lösung mit der Lacie Rugged-Festplatte, die ich gegen eine Samsung 850 EVO-SSD mit 500 GB ausgetauscht habe, lohnt sich (Stand Dezember 2015) preislich auf jeden Fall gegenüber deutlich teureren Komplettlösungen – erst recht, wenn man für die ausgebaute 1 Terabyte große 2.5″-Festplatte noch eine Verwendung hat. Kleiner (und dementsprechend günstiger) kann man die Lacie-Platte zurzeit leider nicht erwerben.

Da mein Laptop mit einem Thunderbolt-Anschluss der ersten Generation ausgestattet ist (Maximalgeschwindigkeit: 10 Gbps), fällt der Geschwindigkeitstest mit Blackmagic Disk Speed Test im Vergleich zur internen SSD zwar moderat aus, für meine Zwecke aber völlig ausreichend.

Blackmagic Disk Speed Test